75jahrejungNicht nur der VEN feiert in diesem Jahr ein Jubiläum. Auch das Land Niedersachsen hat Geburtstag und wird 75 Jahre alt. Dies nahm der Landtag zum Anlass und fragte die Menschen im Land: Was wünschen wir uns für unser Bundesland? Welche Hoffnungen haben wir für die nächsten 75 Jahre? Für die Eine Welt-Promotor*innen und deren Vereine ist die Antwort klar: Eine konsequente Umsetzung der Sustainable Development Goals.

 

 

Eine Welt-Fachpromotorin für Öffentlichkeitsarbeit und Internationales beim VEN

Klimakrise, globale COVID19-Pandemie und gewaltsame Konflikte zwingen nicht nur immer mehr Menschen ihre Heimat zu verlassen, längst sind auch in Niedersachsen ihre Auswirkungen spürbar. Was wir hier im Land tun, hat Auswirkungen auf das Leben der Menschen im Globalen Süden und der zukünftigen Generationen. Wir wünschen uns daher ein Niedersachsen, das die Landesstrategien zur Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele konsequent umsetzt und ambitioniert weiterentwickelt. An diesem Prozess muss auch die Zivilgesellschaft beteiligt werden. Es sollten verbindliche Nachhaltigkeitsprüfungen bei Gesetzesentscheidungen eingeführt werden. Der Landeshaushalt sollte anhand von Nachhaltigkeitskriterien im Sinne der SDGs geplant wird.

 

Eine Welt-Regionalpromotor*innen vom Ökumenischen Zentrum Oldenburg

Kleinbäuerliche Landwirtschaft ist die nachhaltigste Form der Agrarwirtschaft und der Hungerbekämpfung weltweit. Familienbetriebe produzieren 80 Prozent der weltweit konsumierten Lebensmittel und stemmen 90 Prozent der Landwirtschaft. Die Sicherung eines angemessenen Lebensunterhaltes gelingt dennoch vielen von ihnen nicht. Damit Kleinbäuerinnen und - bauern im Globalen Süden selbst satt werden, braucht es die Schaffung existenzsichernder Löhne. Wir wünschen uns ein Niedersachsen, dass über die Stärkung des Fairen Handels besonders auf wirtschaftlicher und politischer Ebene existenzsichernde Löhne für kleinbäuerliche Betriebe im Globalen Süden schafft.

 

Eine Welt-Fachpromotor*innen für Gloables Lernen beim VEN

Bildung soll die Zusammenhänge aller globalen Nachhaltigkeitsziele vermitteln und zu deren Umsetzung motivieren. Wir müssen also ins Handeln kommen! Individuelle Änderungen allein reichen nicht, es braucht strukturveränderndes und politisches Engagement. Wir wünschen uns in Niedersachsen ausreichend Ressourcen, das UNESCO-Aktionsprogramm „Education for sustainable Development for 2030“ voranzubringen. So bringen z. B. außerschulische Lernorte auch Perspektiven aus dem Globalen Süden mit ein. Sie tragen durch direktes Erleben und Erproben zu ganzheitlichen Lernprozessen bei und zeigen gerade für junge Menschen neue Perspektiven und Herangehensweisen auf, in ihrem direkten Umfeld aktiv zu werden.

 

Eine Welt-Regionalpromotor*innen bei Fair in Braunschweig

Fair, ökologisch nachhaltig und zukunftsfähig einkaufen! Mit seinem Beschaffungsvolumen besitzt Niedersachsen eine Einkaufsmacht, die einen erheblichen Beitrag zur Produktion ökologischer sowie fair gehandelter Waren liefern kann. Damit ist der öffentliche Einkauf ein wichtiger Hebel zur Steigerung des Angebotes an nachhaltigen Leistungen und Produkten. Wir wünschen uns ein Niedersachsen, dass dieses Potential ausnutzt und konsequent Sozial- und Umweltstandards in öffentlichen Ausschreibungen integriert und als Vergabekriterium Nr.1 implementiert. Damit schwerwiegende Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen sowie Umweltzerstörung bei der Herstellung von Produkten wie z. B. Berufsbekleidung, Computern, Lebensmitteln oder Baumaterial nicht weiter zur Tagesordnung gehören.

 

Landeslogo 75Jahre

 

 

 

Eine Welt-Regionalpromotor*innen beim EPIZ Göttingen

Wir  wünschen uns ein Niedersachsen, das seine Leerstellen in der Erinnerungskultur erkennt und sich mit Dekolonialisierung beschäftigt. Eine global gerechte Welt lässt sich nur schaffen, wenn wir uns kritisch mit der Vergangenheit und den kolonialen Kontinuitäten bis heute auseinander setzen! Deshalb engagieren wir uns mit Decolonize Niedersachsen für dekoloniale Ansätze wie das tolle Projekt "Anton Wilhelm Amo Erbschaft" und basteln an postkolonialen Stadtrundgängen in Göttingen und an anderen Orten in Niedersachsen.


Eine Welt-Regionalpromotorin bei JANUN Lüneburg

Niedersachsen ist ein Flächenland. Außer der Landeshauptstadt Hannover gibt es 7 weitere Großstädte und 37 Landkreise. Sie alle brauchen eine nachhaltige Stadtentwicklung, die Aspekte wie Mobilität, Umweltbelastung, Siedlungsplanung, Grundversorgung und Partizipation umfasst. Wir wünschen uns ein Niedersachsen, das bei der Gestaltung menschlicher Lebensräume ökologisch-soziale Ziele im Blick hat: Partizipative Stadtentwicklung, ressourcenschonende Mobilität, bezahlbarer Wohnraum, grüner öffentlicher Raum, langfristige Klimaanpassung.

 

Eine Welt-Regionalpromotor*innen von der Süd Nord Beratung in Osnabrück

Wir wünschen uns ein Niedersachsen, das sich in eine sozial-ökologische Transformation begibt. Anstelle von ungebremstem Wachstum auf Kosten von Mensch und Umwelt, muss ein verantwortungsvolles, nachhaltiges und global gerechtes wirtschaftliches Handeln treten. Das Wohlergehen der Menschen und der Schutz von Umwelt, Klima und Ressourcen müssen Maßgabe dieses Handelns sein. Deshalb engagieren wir uns in dem Themenfeld Fairer Handel und nachhaltige Beschaffung. Wir vernetzen und qualifizieren zivilgesellschaftliche Gruppen um das SDG Ziel 12 "Nachhaltige/r Konsum und Produktion" mit vielen Akteur*innen voranzubringen.

 

Eine Welt-Fachpromotorin für Migration und Partnerschaftsarbeit beim VEN

Globale und lokale Partnerschaften, die zusammenhalten und sich gegenseitig unterstützen, treiben eine nachhaltige Entwicklung voran. SDG 17 wird gestützt von der Zusammenarbeit, dem gegenseitigen Respekt und den gemeinsam getragenen Werten zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele. Wir wünschen uns ein Niedersachsen, in dem Partnerschaften auf Augenhöhe und mit Respekt entstehen. Dabei ist es wichtig, die Bedürfnisse der Menschen in den Partnerländern in den Blick zu nehmen und voneinander zu lernen. Kompetenzen müssen anerkannt werden. Dies gilt auch für Migrant*innen und Geflüchtete, die in Deutschland leben und Expert*innen ihrer Herkunftsländer sind.

SDG Kacheln

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