Unter Menschenrechten versteht man Rechte, welche den Anspruch erheben, für jeden Menschen zu gelten, und zwar allein aufgrund der Tatsache, ein Mensch zu sein. Das Konzept der Menschenrechte geht von einem egalitären Menschenbild aus und betont die Universalität dieser Rechte sowie ihre Unteilbarkeit. Dies bedeutet, dass sie zum einen allgemeingültig für jeden Menschen gelten. Zum anderen sind sie in ihrer Gesamtheit zu sehen, denn die Verwirklichung eines der Menschenrechte ist häufig nur bei gleichzeitiger Beachtung der anderen Rechte möglich. Diese Prinzipien bieten die Grundlage für verschiedene Abkommen und Rechtssysteme.

Menschenrechtsabkommen

"Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“, so heißt es in der 1948 von den Vereinten Nationen verfassten Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Sie bildet die wichtigste Grundlage für spätere völkerrechtliche Verträge. Als reine Erklärung ist sie nicht bindend, wird aber international akzeptiert. Neben den politischen Menschenrechten, wie der Pressefreiheit und dem Folterverbot, werden dort auch die wichtigsten wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte (wsk-Rechte) festgehalten.

Diese wsk-Rechte wurden 1966 in einem völkerrechtlich bindenden Übereinkommen, dem UN-Sozialpakt, verabschiedet. Zeitgleich beschloss die Staatengemeinschaft den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte, auch UN-Zivilpakt genannt. Beide Pakte stellen bindendes Recht für alle Mitgliedsstaaten dar, welches sie ratifiziert haben. Sie gelten also für über 160 Staaten.

Heutige Situation

Trotz der hohen Relevanz und der internationalen Anerkennung der Menschenrechte sind diese für zahlreiche Menschen nicht gegeben: Etwa 815 Millionen Menschen sind chronisch unterernährt (World Food Programme 2018). Millionen Menschen können ihre Familie und sich selbst über ihre Arbeit nicht oder nur unzureichend versorgen, noch mehr arbeiten unter ungesicherten Bedingungen. Hinzu kommt, dass etwa eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu medizinischer Grundversorgung haben (Oxfam  2015). Auch das Ziel einer umfassenden Grundbildung ist nicht erreicht: Etwa 14 Prozent der Weltbevölkerung gelten als Analphabet*innen (Unesco Global Monitoring Report 2017/2018).