Unter Menschenrechten versteht man Rechte, welche den Anspruch erheben, für jeden Menschen zu gelten, und zwar allein aufgrund der Tatsache, ein Mensch zu sein. Das Konzept der Menschenrechte geht von einem egalitären Menschenbild aus und betont die Universalität dieser Rechte sowie ihre Unteilbarkeit. Dies bedeutet, dass sie zum einen allgemeingültig für jeden Menschen gelten. Zum anderen sind sie in ihrer Gesamtheit zu sehen, denn die Verwirklichung eines der Menschenrechte ist häufig nur bei gleichzeitiger Beachtung der anderen Rechte möglich. Diese Prinzipien bieten die Grundlage für verschiedene Abkommen und Rechtssysteme.

Völkerrechtlich verbindliche Abkommen und politische Erklärungen dienen als Arbeitsbasis für viele Menschenrechtsaktivist*innen. Auch wenn darin die Rechte klar formuliert werden, stimmen Anspruch und Wirklichkeit oftmals nicht überein. Weltweit kommt es täglich zu Menschenrechtsverletzungen. Im Folgenden werden beispielhaft das Recht auf Arbeit, Bildung und Gesundheit näher vorgestellt. In den drei Bereichen werden besonders häufig Menschenrechte missachtet.

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen beschreibt nicht nur das Recht auf Arbeit als Schutz vor unverschuldeter Arbeitslosigkeit, es werden auch die weitergefassten Umstände beschrieben. Arbeit darf zum Beispiel nicht unter Zwang geschehen. Zudem hat jeder Mensch einen Anspruch auf angemessene Arbeitsbedingungen und eine existenzsichernde Entlohnung. Darunter fällt auch das Recht, Gewerkschaften und andere Berufsvereinigungen zu gründen.

Das Recht auf Bildung ist ein sogenanntes „Empowerment Right“. Mit seiner Verwirklichung steigt die Fähigkeit des Menschen als mündiger Teil der Gesellschaft die eigenen Rechte einzufordern und diese mitzugestalten. Es umfasst nicht nur das allgemeine Recht für alle, gleichermaßen am (Hoch-)Schulunterricht teilnehmen zu können, sondern beschreibt auch das Ziel der Bildung: Die menschliche Persönlichkeit soll genauso wie die Achtung der Menschenrechte gestärkt werden. Bildung will verständnisvolle, tolerante und freundschaftliche Menschen hervorbringen und der Wahrung des Friedens dienen.

Jeder Mensch hat einen Anspruch auf „das für ihn erreichbare Höchstmaß an körperlicher und geistiger Gesundheit“ (vgl. sozialpakt.info).

Ob politisches Engagement für einen gerechteren Welthandel, Schuldenerlass, fairer Handel, klimafreundliche Mobilität oder Einsatz gegen die Privatisierung von sozialen Dienstleistungen – es gibt viele Baustellen und Möglichkeiten zur Verbesserung der weltweiten menschenrechtlichen Lage. Der Einsatz für universelle Menschenrechte ist ein globales Anliegen, denn eine Verbesserung hebt nicht nur die Lebensumstände anderer Menschen, sondern stärkt auch die Rechte hierzulande.

Der VEN führt(e) verschiedene Projekte zum Thema der Menschenrechte durch. Aktuell beschäftigt sich das Projekt "Mehr.Wert!" mit Menschenrechten in globalen Lieferketten. In den Jahren 2014 bis 2016 befasste sich der VEN im  Rahmen des Projekts "Niedersachsen kauft fair" mit den Möglichkeiten einer nachhaltigen öffentlichen Beschaffung. Das Projekt" Landraub! Profit.Macht.Hunger" lief in den Jahren 2010 bis 2012. Das Projekt "Menschen.Rechte.Möglichkeiten" begann 2009 und endete 2011.

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