Für Schweine und Masthühner ist eiweißhaltiges Sojaschrot ein zentraler Bestandteil ihres Kraftfutters. Das Futtermittel kommt dabei schon längst nicht mehr in ausreichendem Maße aus dem europäischem, geschweige denn eigenem Anbau. Es kommt zu über drei Viertel aus Südamerika. Aus Argentinien, Brasilien und Paraguay. Ohne diese Importe würde die heutige Produktion der boomenden Fleischerzeugung in Niedresachsen nicht auf dem hohen Niveau zu halten sein.

Anbau von Export-Soja zerstört Lebensgrundlagen der einhimschen Bevölkerung

In Europa findet somit die Hühner- und Schweinemast immer häufiger „flächenlos“ statt. Für den Anbau in Südamerika werden hingegen weiterhin (Regen-)Wald und Savanne gerodet, kleinbäuerliche Familien und indigene Dorfgemeinschaften vertrieben, extensive und subsistente Landwirtschaft durch riesige Monokulturen ersetzt. Angebaut wird dann zu fast 100 Prozent Gen-Soja.

Soja, das über den Umweg Tier letztendlich auch bei uns im Körper landet. In Lateiameika führt der Soja-Anbau zu einem verstärkten Einsatz von Pestizide – mit gesundheitlichen Folgen für die einheimsiche Bevölkerung.

Mittlerweile ist Sojaschrot für die EU und Deutschland. Mit zunehmenden Fleischerzeugung nehmen entsprechend auch die Sojaimporte seit Jahren zu und verschärfen die Situation in Südamerika.

Durch die Futtermittelimporte untergräbt die niedersäschsiche Ernährungsindustrie, allen voran die Fleisch- und Fleischwarenproduzierende, ebenfalls eine nachhaltige Entwicklung Südamerikas nachhaltig. Diese Importe sind nicht nur eine Möglichkeit, das europäischen Flächenproblem für den Anbau zu umgehen – ökologische, soziale und ökonomische Folgen der Agrarindustrie werden dadurch ebenfalls in die Anbauländer ausgelagert.