Ursachen von HungerDie Gründe für die ungleiche Verfügbarkeit von ausreichend Nahrungsmitteln sind vielfältig.

Armut ist eine Hauptursache von Hunger und Mangelernährung. Es fehlt oft schlicht das Geld, um sich Nahrungsmittel oder Saatgut und Dünger zur Bewirtschaftung des Landes zu kaufen.

Zunehmend stellt der Zugang zu Land (Stichwort: Landgrabbing) und Wasser für viele Kleinbäuerinnen und Kleinbauern ein großes Problem dar.

Viele Bäuerinnen und Bauern haben zudem bereits mit den Folgen des Klimawandels zu kämpfen – weil es zum Beispiel zu viel oder zu wenig regnet oder durch die veränderten klimatischen Bedingungen mehr Schädlinge die Felder befallen.

Ein nicht unerheblicher Teil der Grundnahrungsmittel wie Getreide, Soja und Mais wird für andere Zwecke als für die menschliche Ernährung verwendet, wie zum Beispiel für Tierfutter, Sprit und Industrierohstoffe. Weniger als die Hälfte der Getreideernte landet weltweit auf dem Teller. In Deutschland kommt allein mehr als die Hälfte einheimischen Getreides in die Futtertröge.

Die enorme Nachernteverluste sowie die weltweite Lebensmittelverschwendung führen zu einer vermeidbaren Mehrproduktion, die zumindest die verfügbare landwirtschaftiche Nutzfläche deutlich verringert und somit auch die globale Ernährungslage beeinflußt. Immerhin  belegen die ‚umsonst‘ angebauten Lebensmittel eine Fläche von 1,4 Milliarden Hektar Land, fast unvorstellbare 30 Prozent der weltweit verfügbaren landwirtschaftlichen Nutzfläche. Besonders drastisch sind die Zahlen für Fleisch und Milch: obwohl sie nur 11 Prozent  der verschwendeten Lebensmittel ausmachen, machen sie 78 Prozent der vergeblich genutzten Gesamtfläche aus. Wab

Nicht zuletzt geht der zunehmende Anbau von Exportfrüchten oder etwa Rosen zu Lasten der einheimischen Grundnahrungsproduktion, sodass diese teuer importiert werden müssen. Darüber hinaus treiben Landkäufe und Finanzspekulationen die Preise für Lebensmittel nach oben. Auch der unfaire Welthandel trägt dazu bei, dass vor allem in den Ländern des Globalen Nordens die Gewinne abgeschöpt werden, während die Länder des Globalen Süden billige Rohstofflieferanten sind.

Aber auch wo Krieg herrscht und Menschen flüchten müssen, wo Naturkatastrophen Ernten vernichten oder die ländliche Bevölkerung korrupten Regierungen egal ist, leiden Menschen Hunger.

Hunger wird also nach wie vor nicht durch eine globale Knappheit an Lebensmitteln verursacht. Hunger trotz Überfluss entsteht vor allem durch eine Vielzahl menschgemachter Bedingungen, die durch den bereits spürbaren Klimawandel noch verschärft werden.

 

Foto: Antje Edler