Wie können wir zu einer nachhaltigeren Entwicklung weltweit beitragen? Unser tägliches Konsumverhalten bietet viele Anknüpfungspunkte. Denn wer trinkt nicht gerne Kaffee oder Tee, nascht nicht gerne Honig, Bananen oder Schokolade? Dabei führt auch bei diesen Gütern die Beschaffenheit des Weltmarktes dazu, dass Menschen in Armut leben müssen und für ihre Erzeugnisse keine Preise bekommen, die die Lebenskosten decken.

Glaubwürdigkeit ist die wesentliche Voraussetzung für Fairen Handel. Neben transparenter Produkt- und Preisbildungspolitik verpflichten sich die Anbieter_innen im Globalen Norden (Europa, Nordamerika) bestimmten Kriterien, bilden in diesen aber auch unterschiedliche Standpunkte ab. Als wichtigste Orientierungsgrößen gelten die Kriterien von Fair Trade International (FLO), deren deutscher Vertreter TransFair e.V. das grün-schwarz-blaue Siegel vergibt, und die World Fair Trade Organization (WFTO; früher IFAT):

Trotz gleicher Zielsetzung gibt es auch Differenzen in den Kriterien zwischen unterschiedlichen Organisationen des Fairen Handels. Einige Organisationen verwenden dabei eigene Kriterien, die schärfer als die allgemeinen Standards sind oder halten besonders engen Kontakt zu ihren Produzenten und Produzentinnen vor Ort.

Häufig wird die Frage gestellt, wie das Verhältnis zwischen Fair Trade und bio ist. Grundsätzlich stellt der Faire Handel soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeitsaspekte in den Vordergrund, während Bio-Siegel v.a. auf die ökologische Nachhaltigkeit abzielen. Mittlerweile wird dem ökologischen Anbau und umweltverträglichen Produktionsweisen unter dem Gesichtspunkt einer nachhaltigen Entwicklung ein höherer Stellenwert im fairen Handel zugemessen. Dabei kommt es häufig zu einem Zusammenspiel aus Kriterien der Umweltverträglichkeit und der Arbeitsbedingungen, etwa beim gesundheitsschädlichen Einsatz von Pestiziden. Fair Trade und bio sind also nicht ein und dasselbe, ergänzen sich aber.

Laut einer Pressemeldung des TransFair e.V. (16.02.12) trugen in 2011 65% der fair-zertifizierten Produkte auch das Bio-Siegel, der Anteil bei Kaffee, Tee oder Bananen lag sogar noch höher.

Einen guten Überblick über die Gemeinsamkeiten liefert die Seite http://www.bio-liebt-fair.de/