"There are substitutes for energy. You can replace oil or electricity with biofuels and renewables. Water has no substitutes." (Peter Gleick, Pacific Institute) 1,4 Milliarden Kubikkilometer Wasser: Das ist die Gesamtmenge, die der Planet Erde enthält, nur ca. 2% davon sind jedoch Süßwasser. Und davon sind wiederum ca. 70% in Gletschern auf den Polen oder in den Bergen gebunden. Insgesamt befinden sich nur 0,007% der gesamten Wassermenge in für den Menschen zugänglichen Gebieten (Flüsse, Seen und oberflächennahes Grundwasser).

Im Juli 2010 hat die UN-Generalversammlung den Anspruch eines jeden Menschen auf den Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Anlagen zum Menschenrecht erklärt. Nach langem Ringen und dem Bemühen unzähliger Nichtregierungsorganisationen weltweit hatte Bolivien den Antrag eingereicht. In der bolivianischen Stadt Cochabamba hatte im Jahr 2000 ein blutiger Aufstand aufgrund der mit der Privatisierung der lokalen Wasserbetriebe verbundenen Preissteigerungen statt gefunden. Implizit wird der Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Anlagen bereits in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 und dem Pakt über die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte (wsk-Rechte) erwähnt.

Die Weltbank warnt davor, dass in den nächsten 20 Jahren die weltweite Nachfrage nach Frischwasser das Angebot um 40 Prozent überschreiten wird. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) rechnen damit, dass sich die Zahl der Menschen ohne ausreichende Wasserversorgung vor allem bedingt durch die Folgen des globalen Klimawandels in den nächsten Jahrzehnten auf ca. 4 Mrd. erhöhen wird. Das wird dann die Hälfte der Menschheit sein. (globalwater.jhu.edu/magazine/article/the_world_is_dry)

"Die größte vor uns liegende Herausforderung besteht darin, angesichts des Klimawandels und der Konkurrenz um Wasser die Wasserressourcen so zu bewirtschaften, dass der zunehmende Nahrungsmittelbedarf gedeckt werden kann und gleichzeitig sichergestellt wird, dass die Armen und Schwachen in der Gesellschaft Zugang zu Wasser haben", so der Bericht über Menschliche Entwicklung des UN-Entwicklungsprogramms UNDP (2006).

„Jedes Produkt, das wir konsumieren, hat eine spezielle verborgene Geschichte, ein ungeschriebenes Inventar seiner Werkstoffe, Ressourcen und Auswirkungen" (Paul Hawken, Umweltexperte). Das meiste Wasser verwenden wir hierzulande nicht zum trinken, kochen oder waschen, sondern in der Herstellung unserer Konsumprodukte: „Virtuelles Wasser beschreibt, welche Menge Wasser in einem Produkt oder einer Dienstleistung enthalten ist oder zur Herstellung verwendet wird. Mit der Berechnung des virtuellen Wasserfußabdrucks, den ein Produkt oder eine Dienstleistung hat, lässt sich die ökologische Situation der Produktionsbedingungen bewerten.

Unsere tägliche Menge „virtuellen" Wassers zu reduzieren bedeutet, dass wir, neben einem wassersparenden Umgang mit unserem eigenen Trinkwasser, auf die Inhalte unseres Einkaufswagens schauen sollten. Unser „Wasser-Bewusstsein" umfasst mehrere Bereiche: Reduzierung der Verschmutzung von eigenem Trinkwasser und unseren Gewässern, sparsamer Umgang mit Trinkwasser und generell ein ressourcenschonender Konsum. Dazu gehören z.B. auch eine Reduzierung unseres Fleischkonsums und ein geringerer Verbrauch von Papier.