„Bis 2030 sicherstellen, dass alle Lernenden die notwendigen Kenntnisse und Qualifikationen zur Förderung nachhaltiger Entwicklung erwerben, unter anderem durch Bildung für nachhaltige Entwicklung und nachhaltige Lebensweisen, Menschenrechte, Geschlechtergleichstellung, eine Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit, Weltbürgerschaft und die Wertschätzung kultureller Vielfalt und des Beitrags der Kultur zu nachhaltiger Entwicklung.“ (Unterziel 4.7 der SDGs)

 

Bereits im Rahmen der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung" (2005-2014) haben sich die Staaten der UN verpflichtet, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE*) zu etablieren und zu stärken – vom Kindergarten, Schule, beruflicher Ausbildung, Universität über Forschungs-Institute, außerschulische Weiterbildungseinrichtungen bis zum informellen Lernen außerhalb von Bildungseinrichtungen. Die UN-Dekade hat innerhalb Deutschlands wie weltweit Akteur*innen für BNE mobilisiert und vernetzt. Unzählige Projekte haben dazu beigetragen, BNE als Bestandteil der Bildung zu etablieren.

Mit Verabschiedung des fünfjährigen Weltaktionsprogramms (WAP) im Jahr 2015 sollen die Ansätze der UN-Dekade vertieft und ausgebaut werden.

Das WAP zielt auf eine systemische Veränderung des gesamten Bildungssystems, inklusive der Lernumgebungen, und will BNE von einzelnen Projekten in die Struktur bringen. Ziel ist eine hochwertige, ganzheitliche und inklusive Bildung, die zur Umsetzung der Agenda 2030 und zum Erreichen der Globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) beiträgt.

Im Sommer 2017 hat die Bundesregierung einen „Nationalen Aktionsplan“ verabschiedet, in dem konkrete Handlungsempfehlungen für die Bundesländer zur strukturellen Verankerung von BNE festgehalten werden. Zivilgesellschaftliche und staatliche, außerschulische und schulische Bildungsakteur*innen - auch in Niedersachsen - sind gemeinsam gefragt das Weltaktionsprogramm umzusetzen.

Mehr über das Weltaktionsprogramm und seine Umsetzung in Niedersachsen lesen Sie in unserer VEN-Positionen 1/2017.

 

* Stichwort: Bildung für nachhaltige Entwicklung

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) hat seinen Ursprung in der von den Vereinten Nationen 1992 in Rio de Janeiro verabschiedeten Agenda 21. Ihre Grundlage war das Nachhaltigkeits-Konzept des Brundtland-Berichts von 1987. Die Agenda 21 erklärt nachhaltige Entwicklung zum Leitbild für das 21. Jahrhundert. In Kapitel 36 werden nachhaltige Entwicklung und Bildung (Schulbildung, öffentliches Bewusstsein und Aus- und Fortbildung) miteinander verknüpft. Bildung wird als Basis für ein Engagement für nachhaltige Entwicklung, eine Veränderung von Konsum- und Verhaltensmustern. globale Gerechtigkeit und Umweltschutz dargestellt.

BNE und Globales Lernen sind eng miteinander verwandt. Sie verfügen zwar über je eigene Traditionen in der Umweltbildung bzw. der Entwicklungspolitischen Bildungsarbeit, setzen sich aber mit den gleichen globalen Herausforderungen auseinander und nutzen dabei gleiche, ähnliche oder sich ergänzende Methoden.

In diesem Sinne wollen Bildung für Nachhaltige Entwicklung / Globales Lernen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln vermitteln. Menschen sollen befähigt werden, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf Menschen in anderen Weltregionen, künftige Generationen und die Umwelt einzuschätzen und in Entscheidungen über eigenes Verhalten einzubeziehen. Dafür vermittelt BNE / Globales Lernen Wissen über globale Zusammenhänge und Herausforderungen sowie die wirtschaftlichen, ökologischen, sozialen und politischen Ursachen und Hintergründe dieser Probleme. Auf dieser Grundlage sollen Menschen dazu ermutigt und befähigt werden, sich aktiv für eine nachhaltige, gerechte Welt zu engagieren.