Für den Begriff Globales Lernen gibt es keine einheitliche Definition. Globales Lernen ist ein pädagogisches Konzept, das im Leitbild der nachhaltigen Entwicklung verankert und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verpflichtet ist. Globales Lernen steht in der Tradition von Friedens- und Menschenrechtserziehung, entwicklungspolitischer Bildungsarbeit und Umweltpädagogik, erweitert deren Inhalte und Themen aber um eine globale und ganzheitliche Perspektive (vgl. Forum "Schule für eine Welt", 1996; jetzt: Stiftung Bildung und Entwicklung).

Dabei stellen „reflektierte Wertvorstellungen“ die Basis für die Entscheidungen und Handlungen dar (VENRO 2010, 3). Zu den Globalem Lernen zugrunde liegenden Werten und ethisch-orientierten Bezügen gehören neben sozialer Gerechtigkeit und den Menschenrechten insbesondere auch Frieden sowie ökologische Nachhaltigkeit und der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen.

Bildung im Sinne des Globalen Lernens will Menschen zur Gestaltung des eigenen Lebens sowie einer global gerechteren und nachhaltigeren Gesellschaft befähigen. Dazu gehört auch, die Befähigung zum Stellen kritischer Fragen und zum Hinterfragen scheinbar ‚feststehender‘ Dinge, wie z.B. unseres zurzeit bestehenden Wirtschaftssystems oder unserer schulischen Lernarrangements. Der oder die Lernende wird als (politisch) handelnd, zur Selbstbestimmung und Selbstorganisation fähig verstanden. Ziel ist der / die mündige und zur Zivilcourage ermutigte Weltbürger*in. Im Mittelpunkt der Bildungsarbeit steht nicht länger die Frage, was ich wissen, sondern was ich können muss bzw. möchte. Die Vermittlung ist dabei ebenso wichtig, wie die Inhalte an sich. Lernprozesse sind entsprechend ganzheitlich, vielfältig, multi-perspektivisch und partizipatorisch organisiert, ihre Methodik „interdisziplinär, interaktiv, partnerschaftlich sowie handlungs- und erfahrungsorientiert“ (EPIZ Berlin).