"Globales Lernen bedeutet Bildungsarbeit, die den Blick und das Verständnis der Menschen für die Realität der Welt schärft und sie zum Einsatz für eine gerechtere, ausgewogenere Welt mit Menschenrechten für alle aufrüttelt. Globales Lernen umfasst entwicklungspolitische Bildungsarbeit, Menschenrechtserziehung, Nachhaltigkeitserziehung, Bildungsarbeit für Frieden und Konfliktprävention sowie interkulturelle Erziehung, also die globalen Dimensionen der staatsbürgerlichen Bildung." (Nord-Süd-Zentrum des Europarats / Maastrichter Erklärung 2002)

Die Komplexität unserer globalisierten Welt ruft häufig ein Gefühl von Überforderung und Machtlosigkeit hervor. Globale Themen scheinen weit weg – und haben doch so viel mit uns allen zu tun.


Globales Lernen bietet Orientierung, indem es Brücken zwischen dem eigenen Leben und dem Rest der Welt baut. Es ist ein ebenso politischer, wie pädagogischer Ansatz: Es will diese Welt verändern und zu einer globalen Transformation im Sinne globaler Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit beitragen.
Um dies zu erreichen, befähigt und ermutigt es Menschen, soziale, kulturelle, politische und ökonomische Strukturen und Zusammenhänge, die unser aller Leben beeinflussen, zu erkennen, zu hinterfragen und als verantwortungsbewusste (Welt)Bürger*innen aktiv zu verändern.


Lernen findet im Globalen Lernen ganzheitlich, mit allen Sinnen und methodisch vielfältig statt – partizipativ, interaktiv, multiperspektivisch und handlungsorientiert. Durch Perspektivwechsel und Irritation vermeintlicher Wahrheiten regt es zur (selbst)kritischen Reflexion der eigenen Rollen, Prägungen, Vorurteile und Weltsichten an. Globales Lernen versteht Menschen als handelnde Subjekte, die selbstbestimmt lernen; es lädt ein zum ausprobieren, Experimentieren und Entdecken der eigenen Fähigkeiten. Spaß und Freude am Lernen stehen dabei im Vordergrund.


Zahlreiche Vereine, Initiativen und engagierte Referent*innen bieten in- und außerhalb von Schulen Lernprojekte an. Globales Lernen kann überall im Alltag stattfinden. Immer dann, wenn Menschen in Frage stellen, wie die Welt ist und träumen, wie sie sein könnte.